Minischweine

Autorin: Elke Striowsky mit Lola
 

Minischweine in der familiären Hobbyhaltung
Minischweine sind süß und sie sind in Mode. Und bei allem, was „süß“ ist, neigen die Menschen zu spontanen, unüberlegten Anschaffungen. Ein weiterer Anreiz, sein Leben mit einem Schwein in Miniaturausgabe zu teilen, mag an der vermeintlichen Exotik oder Exklusivität dieser bezaubernden Tiere liegen. Dazu kommen die überwiegend bewusst falschen Informationen vieler Züchter, die „Katzengröße garantieren“, ungeeignetes Futter und ungeeignete Haltungsvoraussetzungen propagieren. 

Dass der Niedlichkeitsfaktor, der bei kleinen Ferkeln ganz extrem ist, und der Wunsch nach einem „besonderen“ Haustier nicht ausschlaggebend sein darf für die Anschaffung dieser Tiere, davon können Tierschutzvereine inzwischen leider ein trauriges Lied singen – Minischweine werden oft tierquälerisch gehalten, wieder abgeschoben, ausgesetzt oder geschlachtet, wenn sie doch nicht ins Bild passen. Und beleibe geschieht all dieses tierische Unglück nicht nur aus Bosheit der Halter, sondern größtenteils aus Unwissenheit. Gegen letzteres allerdings kann man etwas tun – nämlich sich informieren. Und das soll hier mein Ansatz sein.

Minischweine wurden ursprünglich nur für medizinische und kosmetische Versuchslabore gezüchtet. Ihre physiologische Ähnlichkeit zum Menschen und ihre hohe Produktionsrate boten sich an. Rund 70 Kilo sollten sie wiegen, etwa so viel wie ein durchschnittlicher, erwachsener Mensch. Eigentlich sollten diese Tiere die Laboratorien nie verlassen. Dass das nicht klappte, zeigen Tausende von Minischweinhaltern allein in Deutschland. Da aber die Schweinchen außerhalb der Zuchtanstalten in Berlin, Göttingen und anderswo, kaum mehr reingezüchtet wurden, sollte der zukünftige Minischweinhalter sich nicht von noch so schönen Fantasienamen der Züchter beeindrucken lassen.

Tatsächlich gibt es in Deutschland kaum reinrassige Tiere. Immer wieder schlägt übrigens das Erbe der großen Verwandten durch und das kleine, niedliche Ferkel erreicht ein Gewicht von über 100 Kilo. Spätestens dann passt solch ein Wonneproppen nicht mehr in eine Etagenwohnung mit Treppenzugang. Und auch jedes Katzenklo wird zu klein.

Grundvoraussetzung für das Wohlbefinden der kleinen Rüsselchen ist Gesellschaft. Schweine sind Rottentiere und verkümmern alleine. Wenn dann am besten Wurfgeschwisterchen ins neue Zuhause einziehen, sollten sie ein Haus mit einem nach ihren Bedürfnissen strukturierten Garten vorfinden. Bäume oder Scheuerpfähle, Hecken, im Sommer zwingend eine Suhle oder ein Kinderplanschbecken, Bereiche zum Wühlen, zum Grasen und zum Dösen sind Mindeststandards. Außerdem brauchen die Tiere eine gut isolierte Hütte mit viel Stroh, die im Sommer Schutz vor Hitze oder Regen bietet und im Winter vor Kälte und Schnee. Wer seinen Ziergarten liebt, sollte entweder auf Hängepflanzen umsteigen oder einen Bereich, den die Menschen weiterhin ausschließlich für sich nutzen wollen, abtrennen. Vor den kleinen Rüsseln ist nämlich nichts sicher.

Die Fütterung der kleinen Borstentiere ist heute denkbar einfach, denn inzwischen hat sich die Futtermittelindustrie längst auf die Hobbyhaltung von Schweinen eingestellt, so dass es diverse gute Alleinfutter für Minischweine auf dem Markt gibt und sie dank Internet jeder bekommen kann. Neulinge sollten auf jeden Fall auf diese Fertigmischungen zurückgreifen und auf selbstgemischtes Futter verzichten. Die Fütterung von Schweinen ist sehr komplex und die Tiere können vor allem im Wachstum schnell Mangelerscheinungen bekommen, wenn bestimmte Komponenten fehlen.

Für Erstaunen sorgt bei Schweineinteressenten immer wieder die Tatsache, dass das Verfüttern von Küchenabfällen und Fleisch in jeder Form strengstens verboten ist. Viele kennen noch den Abfalleimer unter der Spüle, in dem alles gesammelt wurde, was die Schweine dann abends in den Trog bekamen. Schweine sind zwar Allesfresser, aber durch Speiseabfälle können gefährliche Seuchen wie die Schweinepest übertragen werden. Deshalb müssen Schweine vegetarisch ernährt werden. Minischweine wachsen übrigens rund 3 Jahre lang. Danach sind ihr Skelett und ihre Muskulatur voll ausgebildet. Wenn dann noch enormes Wachstum dazukommt, ist es meistens übermäßiges Fett. Und das ist für Schweine genauso ungesund wie für Menschen.

Nachdem nun die äußeren Bedingungen knapp umrissen sind, bleibt noch die Frage: „Wie sind Minischweine eigentlich? Was kann ich von ihnen erwarten?“
Um ein ungefähres Bild zu malen, möchte ich es wie folgt ausdrücken: Minischweine sind anhänglich wie Hunde und kapriziös wie Katzen. Sie sind über die Maßen klug, aber dickköpfig. Sie sind verschmust, aber sehr direkt, wenn sie keine Lust mehr zu was auch immer haben. Minischweinhalter sollten tolerant sein und viel Geduld haben.

Faustregel – wer schon einen Hund nicht erziehen kann, wird an einem Schwein verzweifeln, obwohl die kleinen Klauentiere mindestens dreimal so schnell lernen wie Hunde. Minischweine lieben die Gesellschaft des Menschen und anderer Tiere. Sie können sich mit fast jeder anderen Tierart anfreunden und sich auf sie einstellen. Es ist deshalb nicht artgerecht, sie einfach auf eine Wiese zu „packen“ und - wenn auch in einer Rotte - vor sich hin leben zu lassen. Schweine lieben ihre Bezugspersonen und sollten so oft wie möglich Kontakt zu ihnen haben.

Ich persönlich halte es aus diesem Grund für Tierquälerei, wenn ehemalige „Wohnungsschweine“ in ein vermeintliches Leben in „Freiheit“ in einem Gehege entlassen werden. Sie vermissen den menschlichen Kontakt und langweilen sich ohne Beschäftigungsmöglichkeiten, die über den Kontakt zu Artgenossen hinausgehen. Die optimale Haltung ist die, in der die Schweine jederzeit Kontakt zur Familie haben können, aber auch das Haus wieder verlassen können, wann sie möchten. Keine Angst! Die meisten Minischweine sind schnell stubenrein und machen in der Wohnung nichts kaputt, wenn sie ihre schweinischen Bedürfnisse draußen im Garten ausleben dürfen.

Dennoch kommt es leider immer wieder vor, dass Minischweine Probleme machen und gelegentlich sogar richtig aggressiv werden. An häufigsten trifft man dieses Verhalten in der Einzelhaltung und der reinen Wohnungshaltung an. Letztere ist wirklich übel und wird dem Tier niemals gerecht. Eine – übrigens offiziell verbotene - Einzelhaltung jedoch, zu der ich niemals raten würde, muss nicht zwangsläufig zum Problem werden, wenn einige Dinge beachtet werden. Keinesfalls ist, zumal bei Schweinen, die noch nie einen schweinischen Kumpel hatten, eine Zwangsvergesellschaftung mit einem Zweitschwein die Patentlösung für alle Probleme. Zwar sind Schweine ausgesprochen soziale Tiere, das gilt aber nicht für fremde Artgenossen. Oft geht es gut, oft genug jedoch hat der Halter dann zwei Einzeltiere, die er dauerhaft voneinander trennen muss.

Wie meistens, wenn es um Tier-Mensch-Beziehungen geht, trifft das Tier selbst gar keine Schuld, wenn etwas nicht rund läuft. Schweine verhalten sich einfach so, wie Schweine es tun. Und wenn beispielsweise niemand in der Familie die Rottenführung übernimmt, dann MUSS eines der Schweinchen es selbst tun, weil es für Schweine keine andere Ordnung gibt. Rotten haben Rottenführer. Punkt!

Will diesen Job in der Familie keiner übernehmen, übernimmt es ihn selbst. Da aber immer wieder diese Rottenführung durch unbewusste Gesten der Menschen oder gelegentliche Versuche, sich eben doch einmal durchzusetzen, in Frage gestellt wird, droht oder beisst das Schwein. Tut man immer, was es will, funktionieren selbst solche Beziehungen erstaunlich lange. So wie auch in der Rotte souveräne Rottenführer ihre „Untergebenen“ nicht ständig traktieren, haben Menschen, die immer tun, was Schweinchen will, nichts zu befürchten.

Es ist dieses Hü und Hott, das die Tiere im wahrsten Sinne des Wortes verrückt macht, diese Unklarheit der Strukturen. Und da gibt es eine Menge Möglichkeiten, solche Probleme von Anfang an auszuschließen und dort, wo sie schon sind, zu korrigieren und Klarheit für das Tier zu schaffen. Denn es will ja nicht wirklich die Rottenführung. Das ist auf Dauer viel zu anstrengend. Es will Klarheit!

Der Halter entscheidet von Anfang an, wie das Verhältnis zwischen ihm und seinen Schweinen sein wird. Wie man mit diesen intelligenten Tieren kommuniziert, wie man sie behandelt, so werden sie auch sein. Ein Schwein muss Schwein sein dürfen; es ist weder Hund noch Katze und wird auch nie so werden. Schwein sein heißt aber nicht nur, wühlen zu dürfen und einen großen Garten mit Schattenplätzen und einer Suhle zu haben, gesundes Futter und frisches Wasser zu haben, sondern es heißt auch, die Intelligenz dieser Tiere zu beschäftigen, denn jeder noch so große Garten ist irgendwann nur noch eines - langweilig.

Lernen gehört zu den elementaren Bedürfnissen eines jeden intelligenten Lebewesens. In der Rotte ist nicht die stärkste oder aggressivste Bache die Leitbache, sondern die älteste mit der größten Erfahrung, die klügste eben. Dürfen Schweine mit uns etwas lernen, beim Tricktraining beispielsweise, werden wir per se zum „Oberschwein“. Und es hat absolut nichts mit einer negativ besetzten Vermenschlichung der Tiere zu tun, wenn man seinen Tieren Tricks beibringt.
Vermenschlichung kann auch positiv sein. Verstehen, dass hochentwickelte  Tiere zu denselben Gefühlen fähig sind wie wir und wir auch ihre kognitiven Fähigkeiten nicht unterschätzen sollten.

Schweine zu verstehen, heißt vor allem, sie gut zu beobachten, um ihre Sprache zu lernen, ihre Mimik, Körpersprache, ihre Laute. Im besten Fall kommt dabei „Denken wie ein Schwein“ heraus (mehr dazu in meinem Buch „Minischweine“ und auf meiner Homepage www.dasschweineparadies.de ). Ganz wichtig bei der Anschaffung von Minischweinen ist die rechtliche Lage. Minischweine sind genau wie ihre großen Artgenossen beim Bauern Nutztiere. Sie müssen beim zuständigen Veterinäramt, der Seuchenkasse und der zentralen Datenbank für Schweine angemeldet werden. Und sie müssen mit Ohrmarken markiert sein. Daran führt kein Weg vorbei, will man sich nicht strafbar machen.

Am besten fragt man vor der Anschaffung beim Kreisveterinäramt nach, ob in der eigenen Wohngegend eine Minischweinhaltung überhaupt erlaubt ist. Damit erspart man sich und den Tieren möglicherweise viel Kummer. Die Anmeldungen selbst sind in Zeiten des Internet überhaupt kein Problem. Niemand sollte sich nur wegen dieser kleinen, bürokratischen Hürden davon abhalten lassen, sich den Traum von eigenen Schweinen zu verwirklichen. Denn, um es in Abwandlung eines Zitats von Heinz Rühmann zu sagen: „Ein Leben ohne Schwein ist möglich, aber es ist sinnlos."

 

Literaturempfehlung:

Minischweine

Seit der TV-Serie "Sabine" werden Minischweine als Heimtiere immer beliebter. Die gelehrigen Borstentiere sind noch intelligenter als Hunde. Richtig gehalten und erzogen, sind sie verspielte, anhängliche Hausgenossen mit Charakter.

Die Schweineexpertin Elke Striowsky weiß, wie man die Ringelschwänzchen richtig hält und mit Clickertraining zu fröhlichen Familienmitgliedern erzieht. Damit sich Mensch und Schweine rundum wohl fühlen.

"Minis" - wie die kleinen Schweine liebevoll genannt werden - sind ihre große Leidenschaft: Die Journalistin Elke Striowsky bildet Minischweine mit dem Clicker aus. Sie ist in der IG-Minischwein aktiv und betreibt dort den Schau- und Lehrhof. Die IG-Minischwein kümmert sich um die artgerechte Haltung von Minischweinen und berät Minischweine-Halter. Sie unterhält sogar ein eigenes Tierheim nur für Schweine. 

Das Buch ist im Kosmos (Frankh-Kosmos) Verlag erschienen.

ISBN 978-3-44010-472-9.

 



Schafe

Autorin: Dorothee Dahl
 

Schafe - Ideale Weidetiere an Haus und Hof
Das Leben auf dem Land liegt im Trend und viele Menschen suchen einen ruhigen Ort, an dem sie sich vom hektischen Alltag erholen können. Ist einmal das ländliche Domizil gefunden, richtet man sich häuslich ein und entdeckt, welche Möglichkeiten das Leben im Grünen bietet. Es steckt zwar viel Arbeit dahinter, Haus und Hof zu pflegen und zu unterhalten, man merkt aber schnell, wie gut es tut, draußen tätig zu sein und sich mit Tieren und Pflanzen zu beschäftigen.

Wer eine Wiese hat, muss mähen, deshalb entscheiden sich viele Menschen für Schafe als lebendige Rasenmäher. Eine Entscheidung, die sie sicher nicht bereuen, wenn sie die Bedürfnisse der wolligen Vierbeiner berücksichtigen, sie artgerecht versorgen und lernen, mit diesen relativ großen Tieren richtig umzugehen. Wer glaubt, ein Vorgarten oder eine winzige Weide reiche für Schafe aus, wird den munteren und bewegungsfreudigen Wollknäueln allerdings nicht gerecht.

Dorothee Dahl erklärt in ihrem Buch Schafe-ideale Weidetiere an Haus und Hof alles, was man wissen muss, um Schafe richtig zu halten. Im Folgenden hat die Autorin einige wissenswerte Informationen zusammengefasst. Sie zeigt, dass Schafe mehr sind, als lebendige Rasenmäher: freundliche, neugierige und interessante Tiere, die das Leben auf dem Land bereichern.


Geeignete Schafrassen
Hält man Schafe als Hobby in kleinem Rahmen an Haus und Hof, sollte man sich für eine Rasse entscheiden, die keine außergewöhnlichen Haltungsbedingungen erfordert, pflegeleicht ist und mit denen ein einzelner Mensch auch ohne Hilfe leicht umgehen kann. Schafrassen unterscheiden sich nicht nur rein äußerlich, sondern auch bezüglich der Pflege und des Charakters. Für Hobbyschafhalter geeignete Rassen sind beispielsweise Ostpreussische Skudden, Bentheimer Landschafe oder  Coburger Füchse.


Zeit-, Kosten und Platzaufwand
Zwei bis zehn Schafe erfordern durchschnittlich drei Stunden Arbeit pro Woche. In der Lammzeit und bei Krankheiten ist ein zeitlicher Mehraufwand mit einzuplanen. Tagsüber muss eine Kontrolle organisiert werden, wenn man arbeitet. Auch die Kosten sollten im Vorfeld bedacht werden. Je nach Anzahl der Schafe können sich Anschaffungs-, Futter- und Tierarztkosten summieren.

Der Platzbedarf ist abhängig von der Rasse und Größe der Schafe. Man kann auf einem Hektar mehr Tiere einer kleineren Rasse unterbringen als einer größeren. Hinzu kommt die Flüchtigkeit der Schafe. Die ursprüngliche Rasse der Soay-Schafe hat beispielsweise einen stärker ausgeprägten Fluchtinstinkt als die stark domestizierten Texelschafe. Kleine Rassen können mit mehr Schafen auf einen Hektar als große Rassen. Zwölf Schafe pro Hektar können hier als Ausgangspunkt genommen werden. Bedacht werden muss auch, ob das Futter von den eigenen Weiden gewonnen wird.


Was Schafe brauchen
Grundsätzlich ist das Weidegras das wichtigste Nahrungsmittel für Schafe, das ihrer Natur entspricht. Trotzdem reicht es keinesfalls aus, die Tiere auf die Weide zu stellen und es damit gut sein zu lassen. Sowohl bei der Sommer- als auch bei der Winterfütterung ist zu beachten, dass die Tiere ausreichend mit Eiweiß, Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen versorgt werden. Je nach Situation sind unterschiedliche Arten der Zufütterung erforderlich.


Herdentiere
Niemals vergessen sollte man die Tatsache, dass Schafe sozial lebende Herdentiere sind. Sie sind außerdem Fluchttiere, deren Urtrieb es ist, zusammen mit Artgenossen vor Gefahren zu flüchten. Die Einzelhaltung eines Schafs ist daher nicht artgerecht. Auch eine regelmäßige Beschäftigung mit dem Schaf ersetzt keine Artgenossen. Wer nicht viel Platz hat, kann seine Herde auf zwei Tiere beschränken. Bei der Haltung eines männlichen Tiers kann es erforderlich werden, es von den weiblichen Tieren zu trennen. Dies sollte aber nicht über einen längeren Zeitraum geschehen.

 
Schafzucht
Viele Hobbyschafhalter, die ihre Schafe am Haus halten, wollen sich in erster Linie an den Tieren erfreuen. Häufig werden deshalb Schafrassen ausgesucht, die besonders hübsch aussehen und pflegeleicht sind. Wer nicht züchten will, kann eine Gruppe weiblicher Tiere halten, die nicht gedeckt werden. Entscheidet man sich zur Zucht, sollte man sich vorher überlegen, ob man Schafe vermehren oder eine Herdbuchzucht planen will. Außerdem ist es wichtig, sich vor Beginn einer Zucht Gedanken darüber zu machen, was mit den Lämmern geschieht, wenn sie abgesetzt werden können.


Schafprodukte
Wer Schafe hat, hat in jedem Fall auch Wolle. Einige ursprüngliche Landschafrassen wie zum Beispiel die Heidschnucken verlieren ihre Wolle im Frühjahr von selbst und müssen nicht unbedingt geschoren werden. Hat man sich entschieden, Lämmer schlachten zu lassen, kann man auf einen guten Fleischertrag hinarbeiten. Immer wieder gibt es auch Hobbyschafhalter, die sich begeistert der nicht ganz einfachen Herstellung von Schafkäse widmen. Schon die Auswahl der Rasse beeinflusst die späteren Nutzungsmöglichkeiten, und auch bei Fütterung und Haltung sollte berücksichtigt werden, welche Produkte des Schafs man später nutzen will.


Schafkrankheiten
Es ist wichtig, Schafe gut zu beobachten und auch die Tiere auf weiter entfernten Wiesen mindestens einmal täglich zu kontrollieren. Kranke Schafe verhalten sich meist erkennbar anders, manchmal sind sie aber auch nur langsamer als die anderen oder bleiben auffallend lang an einer Stelle liegen. Es ist ganz besonders wichtig, darauf zu achten, ob Schafe Durchfall haben. Hier ist sofortiges Handeln unabdingbar, da dies immer ein Hinweis auf eine schwerere Erkrankung sein kann. Auch Lahmheiten bei Schafen sollte man genauso wenig auf die leichte Schulternehmen, wie vermehrtes Scheuern oder die Ablehnung von gewohntem Futter.

 

Literaturempfehlung:

Schafe: Ideale Weidetiere an Haus und Hof

Wer Schafe als Haustiere halten möchte, erfährt in diesem Buch alles Wissenswerte über die artgerechte Haltung, Fütterung und Pflege der wolligen Rasenmäher.

Es werden außerdem Schafrassen vorgestellt, die sich besonders gut für die Hobbyschafhaltung eignen, wichtige Informationen zu Schafkrankheiten gegeben und der richtige Umgang mit den freundlichen Vierbeinern erklärt.

Das Buch ist im Cadmos Verlag erschienen.

Es kostet Euro 10,95. ISBN 978-3-86127-675-3.

 



Alpaka

Autor: Bernd Düsel mit Pablo
 

Viele Freunde und Besucher unserer kleinen Alpakafarm fragen mich immer wieder, wie ich auf die Alpakas gekommen bin. Ich kann dazu nur sagen: „Ich habe diese Tiere gesehen, sie haben mich mächtig beeindruckt und ich habe mich in sie verliebt.“ Das Alpaka ist eine kleine südamerikanische Kamelart, das zusammen mit den Lamas zu den Neuweltkameliten zählt. Die Ur- oder Wildform des Alpaka sind das Guanako und das Vicunja.

Beim Alpaka sind zwei Rassen bekannt, das Hyacaya und das Suri. Sie unterscheiden sich durch ihr Vlies (Wolle). Alpakas sind intelligente, sanfte und liebenswerde Tiere. Jedes von ihnen hat seinen eigenen Charakter. Manche von ihnen sind sehr verschmust, andere eher schüchtern. Sie sind sehr wachsam. Bei Gefahr stoßen sie einen Warnpfiff aus, flüchten jedoch nicht sofort, sondern schätzen die Situation erst auf ihre Gefährlichkeit ein.

Alle diese Eigenschaften konnte ich später bei meinen Tieren beobachten. Ich hatte mich für die Hyacayas entschieden. Nachdem wir die  Voraussetzungen für das Halten dieser Tiere geschaffen hatten, haben wir 2006 mit zwei Tieren begonnen. Das Abenteuer „Alpaka“ war und ist nur als Hobby gedacht, um für einen Rentner eine sinnvolle Aufgabe zu sein. Damals war noch nicht abzusehen, wohin das alles führen wird. Zuerst wollten wir unseren Tierbestand um eine Stute erweitern. Bald haben wir uns diese Ergänzung für unsere beiden Hengste angeschafft und haben recht schnell gemerkt, dass das mit zwei Hengsten und einer Stute auf Dauer nicht funktioniert.

So haben wir den Freizeitbereich unserer Tiere erweitert, die Hengste getrennt und noch eine Stute dazu gekauft. Die erste Stute haben wir auswärts decken lassen. Das hat auch geklappt, aber das geborene Fohlen war nicht lebensfähig, leider. Nun wollten wir alles Weitere der Natur überlassen und uns über weitere Nachkommen freuen.

In der Zwischenzeit habe ich meine Erfahrungen und Erlebnisse in einem Tagebuch aufgezeichnet. Als das unsere Freunde und Verwandten gelesen hatten, wurde die einhellige Meinung deutlich, dieses Tagebuch doch als ein Buch zu veröffentlichen, denn über Alpakas gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine deutschsprachige Belletristik. Nach diesem Anstoß hat es noch eine ganze Weile gedauert, bis ich den Mut fand, dieses Buch einem Verlag anzubieten. In dem Buch „Mein Haustier – ein Alpaka“ habe ich alle schönen Erlebnisse mit meinen Alpakas, aber auch alle traurigen Ereignisse aufgeschrieben.

Die Natur hat auch ihr Übriges getan bzw. die Hengste waren fleißig, denn mit der Zeit wurden unsere Stuten trächtig und inzwischen leben sechs gesunde Fohlen auf unserer Anlage. Jetzt besteht unsere Herde aus 10 Tieren. Die Geburten der Fohlen, auch Crias genannt, waren immer eine spannende Angelegenheit. Am Anfang hatte ich noch keine Erfahrung und war jedes Mal sehr aufgeregt. Das hat sich mit der Zeit gelegt, denn ich habe bei den Geburten schon Vieles erlebt. Ganz normale Geburten, schwierige Geburtslagen und wie schon berichtet auch Tiere, die nach der Geburt gleich gestorben sind.

Bei dem Umgang mit den Tieren überwiegen aber die schönen Erlebnisse. Dann spüre ich die Zuneigung und die Liebe der Alpakas. So etwa, wenn ich mit einer Leckerei oder auch dem ganz normalen Frühstück zu den Tieren komme. Entweder sie stehen schon an der Tür in Warte-
haltung. Wenn sie noch weiter weg sind und ich sie rufe, dann kommen sie herangestürmt und bedrängen mich ganz erwartungsvoll. Ist mal eines meiner Tiere krank, dann fühle auch ich mich unwohl. Sie gehören eben so richtig zur Familie.

Alle diese Eindrücke und Erlebnisse kann der geschätzte Leser in meinem Buch nachempfinden. Zu dem Zeitpunkt, als ich mit dem Buch soweit war und der Verlag es zur Veröffentlichung vorbereitet hatte, war eine meine Stuten trächtig und hat bald darauf einen kleinen Hengst zur Welt gebracht. Wir haben ihn „Paco“ genannt. Er hat sich so richtig zu einem kleinen Kobold entwickelt.

Alle Bekannten, die mein Buch gelesen haben, fanden es schade, dass über Paco nichts zu lesen war. So wurde der Gedanke geboren, doch ganz separat über Paco ein kleines Kinderbuch zu schreiben. Und so ist ein Kinderbuch unter dem Titel:“Hallo – ich bin Paco“ entstanden. In diesem Buch habe ich versucht, mich in die Gedankenwelt des kleinen Hengstes zu versetzen und habe beschrieben, wie er die Welt und seine Umwelt erlebt haben könnte.

Das Kinderbuch habe ich mit handgemalten Bildern illustrieren lassen. Es ist ebenfalls im Engelsdorfer Verlag erschienen. Und nun bedrängen mich viele Leute, doch Paco weiter erzählen zu lassen. Vielleicht wird es noch eine Fortsetzung geben. Die Zeit wird es zeigen.

Zum Schluss muss ich meine Aussage vom Anfang etwas korrigieren. Der Umgang mit den Alpakas ist nicht nur ausschließlich Hobby. Meine Frau betätigt sich in Verbindung mit der Therapiemöglichkeit der Alpakas mit Schulklassen aus unserer näheren Umgebung sowie im Rahmen von Projekttagen für Kinder mit schwerem und schwerstem Handikap aus der Förderschule Schloss Schönefeld in Leipzig. Ich unterstütze sie dabei.

 

Literaturempfehlung:

Mein Haustier - ein Alpaka
Tier-Episoden aus dem Leben eines Hobby-Züchters

Das Alpaka ist eine kleine südamerikanische Kamelart, das zusammen mit den Lamas zu den Neuweltkameliden zählt. Beim Alpaka sind zwei Rassen bekannt, das Huacaya und das Suri. Sie unterscheiden sich durch ihr Vlies (Wolle).

Alpakas sind intelligente, sanfte und liebenswerte Tiere. Jedes von ihnen hat einen eigenen Charakter. Manche von ihnen sind sehr verschmust, andere eher schüchtern. Sie sind sehr wachsam. Bei Gefahr stoßen sie einen Warnpfiff aus, flüchten jedoch nicht sofort, sondern schätzen die Situation erst auf ihre Gefährlichkeit hin ein.

Nicht nur über das Leben mit Alpakas erzählt Bernd Düsel in seinem interessanten Buch, auch Katzen und Laufenten stehen im Mittelpunkt der Erzählungen, die mit vielen Abbildungen ergänzt werden.

Das Buch ist im Engelsdorfer Verlag erschienen.

Es kostet Euro 14,80. ISBN 978-3-86901-651-1.