Welpen

Autorin: Dr. R. Jones-Baade
www.renate-jones.de

Ein Welpe kommt ins Haus: der Beginn einer wunderbaren Freundschaft
Wer sich einen Welpen anschafft, weiß, dass er einige Erziehungsarbeit vor sich hat. Trotzdem wird vor allem beim ersten eigenen Hund meist unterschätzt, wie viel Arbeit da auf einen zukommt, und wie lange es dauert, bis aus einem Welpen ein gut erzogener Hund geworden ist. Schon die Auswahl des Welpen stellt die Weichen und kann das zukünftige Zusammenleben eher vergnüglich oder eher anstrengend machen.


Die Rasse
Es ist auf den ersten Blick erkennbar, dass die Rasse den Pflegeaufwand erhöhen oder vermindern kann. So ist z.B. die Fellpflege bei einem kurzhaarigen Hund von vornherein weniger aufwendig als bei einem langhaarigen Hund. Andere Qualitäten einer Rasse sind nicht so offenkundig. Man sollte sich daher genau informieren, wofür eine Rasse ursprünglich gezüchtet wurde. Selbst wenn diese Hunde heute nicht mehr ihren ursprünglichen Zweck erfüllen, sind die Fähigkeiten dazu angelegt. Hunde, die für Nasenarbeit gezüchtet worden sind, zeigen eine erhöhte Tendenz, ihre Nase einzusetzen. Im Extremfall hat man dann einen Hund, der sich mit tiefer Nase auf die Erforschung der Welt konzentriert.

Oft ist da ein erhöhter Arbeitsaufwand nötig, damit so ein Hund ab und zu seinen Menschen anschaut. Andere Hunderassen wiederum sind dazu gemacht worden, möglichst schnell zu sein – auch das fordert bei der Erziehung evtl. mehr Einsatz. Und alle Hunde sind Jäger. Es lohnt sich also, wenn man schon am Anfang genau überlegt, was man möchte: viel Bewegung an der frischen Luft? Einen Kameraden beim Sport? Oder vor allem beim Fernsehen und im Cafe? Dann gilt es, die Rasse zu finden, die für die eigenen speziellen Wünsche besonders gut geeignet ist. Bei den vielen Rassen, die es gibt, ist mit Sicherheit etwas dabei. Es erleichtert Erziehung und Zusammenleben, wenn man nicht gegen bestimmte Rasseeigenschaften erziehen muss.
 

Die Herkunft
Sobald die Rasse feststeht – oder wenn feststeht: keine bestimmte Rasse, lieber ein Mix –muss geklärt werden: Wo finde ich diesen Hund? Auf was muss ich dabei achten? In den letzten Jahren hat sich gezeigt: die charakterlichen Eigenschaften eines Hundes beruhen auf einem Zusammenspiel der angeborenen Grundlagen und der frühen Erfahrungen. Was ein Hund ab der Geburt bis zur 12. – 14. Lebenswoche erlebt, beeinflusst die Entwicklung seines Gehirns maßgeblich. Daher ist es außerordentlich wichtig, wie und wo ein Welpe seine ersten Lebenswochen verbringt.

Welpen werden frühestens im Alter von acht Wochen an ihren zukünftigen Halter abgegeben. Das ist gesetzlich geregelt. Also ist bis zu diesem Zeitpunkt der Züchter dafür verantwortlich, dass der Welpe die richtigen Erfahrungen mit Mutter und Geschwistern, seiner Umwelt und dem Züchter sowie anderen Menschen machen kann. Günstig für die Entwicklung sind neben der körperlichen Gesundheit:

  • Eine angstfreie, menschenfreundliche und ruhige Mutter;
  • mehrere Geschwister beiderlei Geschlechts;
  • häufiger und freundlicher Kontakt mit Erwachsenen beiderlei Geschlechts;
  • freundlicher und regelmäßiger Umgang mit Kindern beiderlei Geschlechts, möglichst unter Aufsicht.

Ein guter Anfang für Welpen ist es, im engeren Umfeld von Menschen aufzuwachsen, z.B. in einer Wohnung. Ungünstig ist, wenn die Mutter ängstlich ist, wenn der Welpe in einer reizarmen Umgebung aufwächst oder ohne Geschwister. Welpen, die nur wenig Kontakt mit Menschen haben, sind später Menschen gegenüber ängstlich und in ihrer Kontaktfähigkeit manchmal erheblich beeinträchtigt. Auch längere und schwere Erkrankungen, die die Möglichkeit zu Kontakten zwangsläufig einschränken, behindern die Entwicklung. Grundsätzlich fällt einem Hund die Umstellung vom Züchter zu seinem neuen Leben leichter, wenn die neue Umgebung der, in der er aufgewachsen ist, möglichst ähnlich ist.

Ein Hund, der seine ersten Lebenswochen im Zwinger mit nur wenig Kontakt zu Menschen verbracht hat, bringt nicht die besten Voraussetzungen für ein Leben in der Großstadt mit. Suchen Sie also den Züchter Ihres Hundes sorgfältig aus und hinterfragen Sie alles. Vergessen Sie nicht: Die meisten Züchter, auch wenn sie ihre Hunde lieben, möchten mit der Zucht Geld verdienen oder zumindest kostendeckend Arbeiten. Hundezucht ist ein Geschäft.



Die Auswahl
Ein Welpe, der nicht auffallend aus seiner Geschwisterschar hervorsticht, sondern im Hinblick auf Größe, Gewicht und Aktivität schön in der Mitte liegt, ist meist eine gute Wahl, vor allem, wenn man zum ersten Mal einen Welpen aussucht. Bei einem, der „besonders“ ist muss man evtl. auch mit anderen Besonderheiten rechnen. Wählen sie also den Größten, den Aktivsten oder einen auffallend ruhigen oder zurückhaltenden Welpen nur nach genauer Überlegung. Lassen Sie sich nicht drängen, wenn nur noch einer frei ist - nehmen Sie den nur, wenn Sie ihn sowieso aus seiner Geschwisterschar gewählt hätten.

Wenn man sich von Mitleid lenken lässt (der Arme - der braucht MICH) sind Probleme oft vorprogrammiert. Auch wenn überhaupt nur noch ein Welpe da ist und damit jede Vergleichsmöglichkeit fehlt, ist ein bisschen Zurückhaltung beim Kauf angebracht. Von der gleichzeitigen Anschaffung zweier gleichalter Welpen kann man nur abraten. Die Erziehungsarbeit verdoppelt sich in jedem Fall und die Wahrscheinlichkeit von unerwünschtem Verhalten nimmt zu.


Übernahme
Es vereinfacht die Übernahme, wenn man seinen Welpen schon vorher besucht hat – möglichst mehrmals. Dann ändert sich für den Kleinen zwar die Umgebung – das ist aufregend genug – aber es ist wenigstens einer da, den er schon kennt. Lange Autofahrten bei der Übernahme können als sehr traumatisch empfunden werden und grundsätzliche Angst vor dem Autofahren zur Folge haben. Also sollte die Autofahrt möglichst schonend gestaltet werden. Auch hier ist hilfreich, wenn der Welpe seinen neuen Menschen schon kennt. Andere Möglichkeiten sind eine Decke, die nach Mama riecht, oder wenn der Welpe schon beim Züchter gelernt hat, gern in einer Reisebox zu schlafen. Besonders schön: wenn der Welpe schon beim Züchter angenehme Erfahrungen mit dem Autofahren gemacht hat.
 

Die erste Zeit im neuen Heim
Die Umstellung vom Züchterhaushalt wird leichter verkraftet, wenn man in der ersten Zeit dasselbe füttert wie der Züchter. Über eine Futterumstellung kann man nachdenken, wenn der Welpe sich erst einmal eingelebt hat. Der Welpe sollte im neuen Heim nicht nachts allein eingesperrt werden, sondern möglichst in Reich- und Hörweite seiner neuen Menschen schlafen. So bekommt er keine Angst und man merkt eher, wenn er nachts unruhig wird, weil er mal muss. An das Alleinsein muss man ihn in den nächsten Wochen erst schrittweise gewöhnen. Wer seinen Welpen im Bett schlafen lassen möchte darf auch das. Durch ein gezieltes Training kann man das später bei Bedarf wieder ändern.
 

Erziehung
Damit das Zusammenleben von Hund und Mensch funktioniert, muss der Welpe sehr viel lernen. Genauer gesagt: der neue Hundehalter muss seinem Hund zeigen, was er von ihm erwartet und es mit ihm üben. Hunde beherrschen das, was sie lernen sollen, nur dann, wenn sie es ausreichend oft geübt haben. Das ist wie bei Menschen. Wer Autofahren oder eine Sprache gelernt hat, weiß, dass das seine Zeit dauert. Hunde müssen sehr viel lernen. Alles auf einmal ist unmöglich - was also ist am Wichtigsten? Im Haus steht erster Stelle wohl die Stuben-
reinheit. Hier gilt: je weniger Fehler der Hund macht, desto schneller lernt er, was gewünscht ist.

Herrchen muss also vor allem darauf achten, dass sein neuer Hausgenosse rechtzeitig an die gewünschte Stelle gebracht wird um sich dort zu lösen. Ein Missgeschick in der Wohnung ist nicht der Fehler des Hundes. Herrchen hat nicht aufgepasst und versäumt, den Welpen rechtzeitig an den richtigen Ort zu bringen. Strafen in jeder Form - Schimpfen, Schütteln oder gar die Nase reinstupsen - schaden nicht nur dem Training selbst sondern auch der Beziehung zwischen Hund und Halter. Häufig ist Angst vor dem Halter und vor Berührungen die Folge.
 

Zerknabbern von Gegenständen
Ein beim Welpen völlig normales Verhalten ist das Beknabbern von Gegenständen. Hunde erforschen nun einmal ihre Umwelt mit Nase und Maul. Im Zahnwechsel besteht zudem eine erhöhte Neigung zum Kauen – das kennt man ja sogar bei Kindern. Für den Halter ist es sehr ermüdend, dem Welpen immer wieder die Dinge aus dem Maul zu nehmen, die nicht zerbissen werden sollten. Nicht selten kommt man auch zu spät. Auf diesem Weg kann sich außerdem sogenanntes „aufmerksamkeitserregendes Verhalten“ entwickeln: Der Hund lernt, dass er die Aufmerksamkeit des Halters auf sich ziehen kann, wenn er an irgendwelchen Gegenständen herum kaut.

Am Besten stellt man einerseits dem Welpen geeignetes „Knabbermaterial“ zur Verfügung und gestaltet andererseits die Wohnung für die erste Zeit „hundegerecht“. Es wird also alles, was keinesfalls im Hundemaul landen sollte, außerhalb der Reichweite des Hundes aufbewahrt. Das gilt für alles, was dem Halter lieb und teuer ist und für alles, was dem Hund schaden könnte. Alte Schuhe zum Kauen? Ein Problem: nicht alle Hunde unterscheiden zuverlässig, welche Schuhe erlaubt sind und welche nicht. Hunde, die in ihrer Kindheit und Jugend nicht die Erfahrung gemacht haben, dass man auf allem Möglichen herum kauen kann, tun das erfahrungsgemäß auch später nicht.


Beißhemmung
Ein Welpe muss lernen, mit seinen Zähnen vorsichtig zu sein. Das Erlernen der Beißhemmung beginnt schon im Umgang mit Mutter und Geschwistern und muss im neuen Haushalt mit allen Mitgliedern der Familie weitergeführt werden. Ein Spiel, das zu grob wird, sollte zum Beispiel sofort abgebrochen werden.  Vom Einsatz körperlicher Zwangsmaßnahmen ist abzuraten. Sie rufen häufig Gegenwehr hervor. Beißen kann verstärkt und/oder auch Angst verursacht werden. Eine gute Beißhemmung bedeutet nicht, dass ein Hund später niemals zubeißt. Eine gute Beißhemmung bedeutet, dass der Hund nur zubeißt, wenn er das wirklich will und nicht aus Versehen grob ist und jemand verletzt.


Rückruf und Bindung
Außerhalb des Hauses ist zunächst das Wichtigste, dass der Hund auf seinen Halter achtet und zu ihm kommt, wenn er gerufen wird. Erfahrungsgemäß macht das ein junger Welpe nach ein paar Tagen, wenn er erst einmal sein neues Herrchen kennt, ganz gut. Aber mit zunehmendem Alter, nach einigen Wochen, spätestens nach einigen Monaten wird der Hund unabhängiger und löst sich mehr und mehr von seinem Halter.

Dieser Entwicklung sollte man von Anfang an entgegensteuern. Dazu macht man das  gewünschte Verhalten für den Hund möglichst lohnenswert und verstärkt und pflegt es. Ein Welpe, der für’s Herkommen immer wieder ein Belohnungshäppchen bekommt, kommt gern. Ein guter und zuverlässiger Rückruf muss sorgfältig schrittweise aufgebaut und trainiert werden. Das dauert seine Zeit. Strafen, besonders dann, wenn der Hund endlich beim Halter ankommt, schaden.


Rangordnung
Die Rangordnung spielt im Zusammenleben von Menschen und Hunden keine so wichtige Rolle wie immer wieder behauptet wird. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse, u.a. aufgrund von Beobachtungen an freilebenden Wölfen (David Mech) zeigen eindeutig, dass die erfolgreiche Einordnung in eine soziale Gruppe auf dem frühzeitigen Erlernen bestimmter Regeln beruht und nicht darauf, dass körperlich stärkere Tiere die anderen zur Unterordnung zwingen. Die erforderlichen Grundlagen werden von Anfang an im täglichen Umgang miteinander erlernt und geübt. Ähnlich wie Spielregeln oder eine Hausordnung ermöglicht das ein geregeltes und  stressarmes Zusammenleben.

Es trifft nicht zu, dass Demonstrationen von körperlicher Überlegenheit das Zusammenleben mit einem Hund sowie seine Gehorsamkeit verbessern. Im Gegenteil, Maßnahmen wie z.B. den Hund auf den Rücken zu drücken oder zu werfen, belasten die Beziehung zwischen Hund und Halter. Sie können Angst und Aggressionsverhalten auslösen und sollten aufgrund dieses Risikos nicht eingesetzt und keinesfalls empfohlen werden.

 

Literaturempfehlung:

Welpenschule: Sozialisieren, erziehen & beschäftigen

Tollpatschig, verspielt und immer auf den Pfoten. Fegt Ihr kleiner Wirbelwind gern durch die Wohnung, verscheucht Nachbars Katze aus dem Garten oder hängt Ihnen ständig am Hosenbein? Dann wird es Zeit für die ersten Erziehungsschrittchen.

Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren Welpen an Lärm, Autofahren und andere Alltagssituationen gewöhnen, wie Sie gemeinsam Übungen wie Sitz, Platz, Fuß meistern, alles, um Ihrem Welpen den besten Start ins Hundeleben zu geben. Extra: So verstehen Sie Ihren Hund und Spaziergänge interessant gestalten. Für Kids: Kleine Übungen für Dich und Deinen Hund. Mein Übungsplan: Wichtige Signale auf einen Blick.

Das Buch ist im Kosmos (Franckh-Kosmos) Verlagshaus erschienen.

Es kostet Euro 6,95. ISBN 978-3-440-10391-3.



Kleine Hunde

Autorin: Susanne Müller-Rielinger

Mit den Kleinen durchs Jahr
Kleine Hunde haben besondere Bedürfnisse. Viele sind mindestens genauso sportlich wie die die Großen, und passen sich in der Stadt problemlos an. Einiges gilt es aber zu beachten, wenn man mit seinem Kleinen unterwegs ist.


Im Sommer:
Alle langhaarigen Begleithunde kleiner Rasse – hierzu zählen auch die beliebten Bichons – brauchen einen Sommerhaarschnitt. Da sie Allergiker-geeignet sind, fällt ihr Haar nicht aus. Damit ihnen im Sommer nicht zu warm wird, sollten langhaarige Hunde regelmäßig zum Hundefriseur. Denken Sie bei Ausflügen mit Ihrem Hund daran, Wasser mitzunehmen. Denn Hunde können im Gegensatz zu uns Menschen ihre Körpertemperatur nicht über Schweißdrüsen regulieren. Wenn Ihrem Hund zu warm wird, beginnt er zu hecheln und verdunstet somit viel Flüssigkeit. Zuhause soll stets genügend Wasser im Napf bereitstehen. Sorgen Sie im Garten für einen kühlen schattigen Bereich, in den sich Ihr Hund zurückziehen kann. Lassen Sie im Sommer Ihren Hund niemals im verschlossenen Auto zurück!

Viele Hunde kleiner Rasse sind richtige Sportskanonen. Joggen mit Hund macht im Sommer mehr Spaß, wenn man sich morgens oder abends, wenn es etwas kühler geworden ist, auf den Weg macht. Selbstverständlich darf der Hund nicht mit vollem Magen mit zum Joggen. Achten Sie bei Hundebegegnungen darauf, einige Meter vorher bereits das Tempo zu drosseln. Unter Hunden gilt es als grob unhöflich, sich schnell aufeinander zuzubewegen. Beugen Sie daher Missverständnissen vor und nehmen Sie Rücksicht. Leinen Sie Ihren Hund an, wenn Ihnen ein angeleinter Hund entgegenkommt.


Im Herbst:
Lange Ausflüge im raschelnden Herbstlaub machen jetzt besonders viel Spaß. Die Kurzhaar-Rassen sind pflegeleicht, Blätter und kleine Ästchen verhaken sich gar nicht erst im Fell. Langhaarrassen haben damit zu kämpfen. Bürsten Sie das Fell Ihres Hundes regelmäßig – egal ob Lang- oder Kurzhaarrasse. Das fördert die Durchblutung, der Fellwechsel vollzieht sich schneller.

Herbstzeit ist Parasiten-Zeit! Vor dem Winter nutzen Flöhe und Zecken Hunde gern als „Tankstelle“. Hierbei können Flöhe weitere Parasiten übertragen: Bandwürmer. Mit einem Flohkamm erkennen Sie sofort, ob sich ein ungebetener Gast eingenistet hat. Daher gehört ein Flohkamm in jeden Hunde-Haushalt! Im hohen Gras und Unterholz lauern bis in den Oktober hinein Zecken auf ihren Wirt. Zecken übertragen gefährliche Krankheiten, v.a. die Borreliose. Kontrollieren Sie daher nach jedem Spaziergang das Fell Ihres Hundes auf Zecken. Spot-on-Präparate, die einem Parasitenbefall vorbeugen, sowie die notwendige Wurmkur, erhalten Sie bei Ihrem Tierarzt.



Im Winter:
Wenn die Tage kürzer werden, sorgen Sie mit einem Leuchthalsband für Sicherheit. Da wir heutzutage unsere Hunde im Haus halten, und sie dadurch Temperaturunterschiede von 15-20 Grad ausgleichen müssen, ist ein Hundemäntelchen nicht nur ein modisches Accessoire. Die Nierengegend Ihres kleinen Lieblings ist bei Eis und Wind geschützt.

Hunde kleiner Rasse sind ausgesprochen pfiffig. Gerade die kleinen Jagdrassen sind in der kalten Jahreszeit schnell unterfordert. Gehirnjogging und Tricktraining, Such-Spiele und Apportieraufgaben bieten den nötigen Ausgleich, wenn man bei schlechtem Wetter nicht lange draussen bleiben kann. Lassen Sie Ihren kleinen Hund im Winter sein Spielzeug suchen: verstecken Sie es auch mal in offenen Regalen, lassen Sie ihn auch auf einem Stuhl suchen!

Üben Sie ab Winteranfang das Pfötchen-Duschen: legen Sie mehrere Tage hintereinander Futter in die Wanne, bevor Sie Ihren kleinen Hund die Pfötchen und den Bauch abwaschen. So trainieren Sie schon mal für den Fall, dass bald Eis, Schnee und Streusalz abgewaschen werden muss. Denken Sie immer daran, sich nicht über den kleinen Hund zu beugen, und ihn nicht in die Ecke zu drängen. Das wirkt bedrohlich, viele mögen es nicht.

Im Frühling:
Die warme Frühlingssonne lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Tun Sie sich mit Gleichgesinnten zusammen, zum Beispiel zu einer organisierten Hunde-Runde. Gut erzogene Hunde kommen auch in geselliger Runde bei Ruf sofort zurück. In wildreichen Gebieten bleiben Hunde auf den Wegen. Denn jetzt brüten viele Vögel, die Wildtiere ziehen ihre Jungen auf. Mit einem Spot-on gegen Zecken und Flöhe sind Sie jetzt auch gut ausgerüstet.

Ob Sommer oder Winter - für Hundebegegnungen hier noch ein paar Verhaltenstipps: Ist Ihr Kleiner unangeleint, und treffen Sie auf einen ebenso unangeleinten Hund gleich welcher Größe, gestatten Sie die Begegnung. Hunde lernen Sozialverhalten nur, wenn man es zulässt, dass sie sich auseinander-setzen. Meist sind solche Hundebegegnungen unproblematisch. Gehen Sie weiter und engen Sie die Hunde nicht ein. Übertriebene Fürsorge wie Hochnehmen und ängstliches Drüberstehen bei Hundebegegnungen fördern problematisches Verhalten. Meist ist das ängstliche Verhalten des kleinen Hundes eine Verhaltensübertragung seitens des Menschen. Hilfreich sind Kenntnisse über die Hundesprache. Ihre örtliche Hundeschule unterstützt Sie sicher dabei.

 

Literaturempfehlung:

Kleine Hunde

Ob als unkomplizierte Begleiter von Hundefans mit kleiner Stadtwohnung oder als quicklebendige Familienhunde in Komfort-Größe - kleine Hunde sind gefragt!

Die erfahrene Hundetrainerin Susanne Müller-Rielinger erklärt in diesem Tierratgeber anschaulich, welche Vorzüge, aber auch besonderen Bedürfnisse kleine Hunde haben. Von Hundemäntelchen, über Leckerlis bis zur Begegnung mit großen Hunden werden alle wichtigen Fragen rund um Haltung, Pflege und Ernährung von kleinen Hunden beantwortet. Rasseporträts helfen schon im Vorfeld dabei, den idealen Begleiter für sich zu finden. Gerade bei den Kleinen sorgt eine von Anfang an konsequente Erziehung für ein ausgewogenes Miteinander.

Und in puncto Bewegungsbedarf sollte man sie nicht unterschätzen: Bei abwechslungsreichen Spaziergängen, und sogar bei Agility und Dog Dancing wird Ihr kleiner Hund Ihnen zeigen, was in ihm steckt!

Das Buch ist im Gräfe und Unze Verlag erschienen.

Es kostet Euro 7,99. ISBN 978-3-833-81605-5.



Kinder und Hunde

Autorin: Kristina Falke

Jedes Mal sieht es idyllisch aus, wenn sich ein kleines Kind an einen mindestens doppelt so schweren Hund kuschelt, während sich beide auf dem weichen Teppich wälzen. Doch die Realität schwappt auch häufig in das andere Extrem und häufig sind viele Schlagzeilen über Bissverletzungen und Vertrauensbrüche zwischen Mensch und Hund zu lesen. Durch meinen Beruf weiß ich, wie erschütternd solche Vorfälle sind und dass schnell emotional gehandelt wird. Der Hund soll weg, dennoch hängt das Herz an dem geliebten Vierbeiner. Keine leichte Situation. Hier gilt es Klarheit zu verschaffen und die Ursache zu finden.

Denn häufig entstehen Bissverletzungen durch Missverständnisse in der Kommunikation zwischen Kindern und Hunden. Manchmal werden Ressourcen durch den Hund „einfach nur“ verteidigt, wie etwa sein Knochen, Fressen, Spielzeug oder ähnliches. Er kann nicht sprechen und sagen „Lass das, das gehört mir. Ich habe Angst, dass Du mir es wegnimmst“. Er kann nur seine Körpersprache einsetzen und daneben vokalisieren wie durch Knurren, Bellen und Beißen. Die ersten Warnungen werden oft seitens der Menschen nicht erkannt.

Erste Anzeichen, dass der Hund unter Stress steht sind etwa über die eigene Schnauze lecken, schnüffeln, den Blick und Körper weiter abwenden, versuchen aus der Situation zu fliehen, Spontanschuppung, gähnen usw. Das geschieht innerhalb von Sekunden. Reagieren weder Kind noch Hund auf diese Anzeichen, steigert der Hund seine Warnungen und zeigt auch schon mal erste Drohgebärden wie Knurren und Zähne fletschen. Meine Aufgabe als Hundeverhaltensberaterin ist es dann, das Gleichgewicht wieder herzustellen. Denn nicht jeder Hund, der beißt ist potenziell gefährlich oder eine Bedrohung für seine Umwelt.

Es gilt Beißgrade zu unterscheiden, die Familie im Umgang mit dem Hund zu beobachten und zu beraten. Das Opfer wird versorgt und der Hund an sich und in seiner Familie mehrfach beobachtet. Danach kann entschieden werden, ob der Hund weiterhin in der Familie gut aufgehoben ist und es sich nur um einen „Ausrutscher“ durch Missverständnisse hielt oder der Hund wirklich aggressiv oder gar krank ist. Sollten sich die Familie entschieden haben, den Hund zu behalten, wird ein gemeinschaftliches Training angesetzt.

Missverständnisse werden aufgeklärt und nach einem Trainingsplan gehandelt. Zudem wird Prävention betrieben. Das ist ganz wichtig um auch in Zukunft entspannt mit dem Hund umzugehen. Selbst wenn Ihnen und Ihren Kindern (hoffentlich) noch keine Bissverletzungen widerfahren ist, sind Vorbeuge-
maßnahmen wichtig und vereinfachen das Leben ungemein.

Ich gehe mit meinen Hunden regelmäßig Kindergärten und Schulen besuchen, bereits die Kleinsten lernen wie man sich Hunden vorsichtig nähert und zwar bekannten und unbekannten Hunden. Hier ist häufig schon das erste Missverständnis versteckt. Nicht jeder Hund reagiert gleich freundlich auf die Annäherungen von Kinder. Jeder Hund hat seinen eigenen Charakter und seine eigene Individualdistanz, die gewahrt werden sollte. Nutzen Sie ruhig jede Hundebegegnung und erklären Sie Ihrem Kind etwas dazu. Stellen Sie zu Hause Rituale auf. Lassen Sie das Kind den Hund füttern. Das fördert die Bindung zwischen den Beiden. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind die Situation jedoch steuern kann.

Der Hund sollte von ihm ins „Sitz“ gebracht werden und warten, bis der fertige Napf auf den Boden gestellt wird. Dann sollte sich das Kind entfernen und das Signal „Lauf“ geben. Durch die Entfernung zum Napf wird dem Hund der Druck genommen, dass er sein Futter womöglich verteidigen muss. Das Kind steigt in der Achtung und lernt gleichzeitig einen konsequenten Umgang mit dem Hund. Bleiben Sie als Elternteil im Hintergrund, jedoch immer „abrufbar parat“. Sollte es Schwierigkeiten in der Umsetzung geben und der Hund mag die Signale des Kindes nicht ausführen, können Sie hilfetechnisch jederzeit eingreifen und Ihr Kind unterstützen.



Je nach Alter und Reife des Kindes – und des Hundes – dürfen Sie die beiden niemals alleine miteinander lassen. Verlassen Sie den Raum werden die Karten neu gemischt. Das bedeutet, dass der Verantwortliche den Raum verlässt entweder Hund oder Kind nun „verantwortlich“ werden können. Wie das aussehen mag, werden Sie vielleicht nicht erkennen, da Sie vielleicht erst in den Raum kommen, wenn es schon zu einer Katastrophe gekommen ist. Reproduzieren lässt sich dieser Vorfall dann nur sehr schwierig, ob nun Hund oder Kind „Schuld“ gewesen sind.

Aber nicht nur, dass der Hund selbst anfängt für eine Situation Kontrolle übernehmen zu wollen, verunsichert ihn die Abwesenheit von Herrchen oder Frauchen. Denn an Ihrem Alltag und Ihrem Tagesablauf orientiert sich Ihr Hund. Fehlen Sie, fehlt ihm Sicherheit, vor allem wenn man ihn mit einem Kleinkind plötzlich alleine lässt, dass sich in gewissen Situation nicht laufend, sondern wankend fortbewegt und manchmal auch in den höchsten Tönen spricht oder gar schreit.

Sollten Sie schwanger sein und Sie wissen, dass Ihr Hund, sobald das Baby da ist, nicht mehr mit in Ihrem Bett schlafen soll, bringen Sie ihm diesen neuen Plan so früh wie es geht bei. Starten Sie sofort. So kann er keinen zeitlichen Zusammenhang mit dem Entzug seines Rituals im Bett zu schlafen mit dem Nachwuchs verankern. Würde diese Änderung genau dann beginnen, sobald das Baby da ist, sieht es aus Hundesicht so aus, dass er für den Neuankömmling seine Ressourcen und Privilegien abgeben oder diese gar an ihn abtreten muss.

Da ein Hund zu jedem Familienmitglied eine Beziehung aufbaut, sobald dieser in, bzw. über der Pubertät ist, sieht er den Nachwuchs häufig als Spielkumpanen an. Wird dieser aber negativ besetzt – etwa durch den Entzug der Privilegien, kann sich keine neutrale oder gar positive Bindung einstellen. Von daher empfehle ich Ihnen, dass Sie – so gut es geht – einen Plan machen und Ihre zukünftigen Änderungen vermerken und Sie Ihren Hund so gut es geht auf die neue Lebensphase vorbereiten. Es wird noch genug Situationen nach der Schwangerschaft geben auf die Sie flexibel - und damit für den Hund in seinen Augen untypisches Verhalten zeigen - reagieren müssen. Daher stellen Sie ihn vorher darauf ein.

Kinder und Hunde können zu einem echten Dreamteam zusammen wachsen. Sie brauchen nur die Chance dazu. Ich beobachte häufig in meinen Kursen, wie gut Kinder mit Ihren Hunden umgehen und wie schnell sie die neusten Lernmethoden umsetzen und ein 18kg schweres Mädchen einen 30kg schweren Hund erziehen kann. Ohne Kraft, ohne harte Erziehungs-
methoden sondern nur durch Konsequenz und der eigenen Stimmung. Nehmen Sie Ihr Kind mit zur Hundeschule. Lassen Sie es Aufgaben übernehmen. Fördern Sie die Beiden. Motivieren Sie Ihr Kind etwas eigenständiges mit dem Hund zu erarbeiten. Dabei sollten Sie aber auch hierbei gleichzeitig darauf achten, dass sowohl Kind und Hund nicht überfordert werden. Kleine Übungsintervalle zwischen 2 x 5-10Minuten reichen aus.

 

Literaturempfehlung:

Hund und Kind - Beste Freunde

Welches Kind träumt nicht davon gemeinsam mit einem Hund aufzuwachsen. Für Kinder ist der Hund Beschützer, Freund und Seelentröster in einem. In dem GU Tierratgeber Hund und Kind - Beste Freunde beantwortet die Autorin Kristina Falke alle Fragen zum Thema Hund und Kind und schafft damit beste Voraussetzungen für ein harmonisches Miteinander.

Neben zahlreichen Ratschlägen wie ein Hund schon während der Schwangerschaft bestmöglich auf ein Baby vorbereitet werden kann, gibt es auch Tipps für die Eingliederung eines Welpen in die Familie. Zusätzlich erklärt die Autorin die Grundlagen des Hundeverhaltens und gibt Kreativ-Tipps für die sinnvolle Beschäftigung von Hund und Kind in allen Altersstufen.

Natürlich dürfen auch Angaben zu Hygiene, Gesundheitsvorsorge, Verantwortung der Eltern, der rechtlichen Situation und der Erziehung des Familienhundes nicht fehlen.

Es kostet Euro 7,99. ISBN 978-3-833-81713-7.

Das Buch ist im Gräfe und Unzer Verlag erschienen.


Ernährung

Autor: Dr. Martin Bucksch 

Bei der Ernährung unserer Hunde kommt es im Wesentlichen darauf an, eine optimale Nährstoffversorgung in Form einer dementsprechend ausgewogenen Nahrung zu gewährleisten aber nicht nur! In meinem Buch Fit und gesund- Hunde richtig füttern. Ernährungsratgeber für Hunde, erschienen beim KOSMOS Verlag habe ich versucht,  ein Minimum an Basiswissen Themen wie Nährstoffe, Nährstoffbedarf, Verdauung und Verdauungstrakt des Hundes zu vermitteln, sowie auf möglichst objektive Weise die Vor- und Nachteile, die Pros und Contras, aufzuzeigen zwischen kommerziellen (Fertig)Futtermitteln und selbst zubereiteten Rationen.

Als Autor frage ich mich stets, was genau ich meinen Lesern mit auf den Weg geben kann, bzw. möchte. Bezogen auf die Ernährung unserer Vierbeiner liegen mir  folgende Dinge besonders am Herzen:
 

1.:  Ja, die Futtermittelindustrie macht Milliardenumsätze mit kommerziellen Fertigfuttermitteln (Alleinfutter, Ergänzungsfutter etc.). Fertig(allein)futter stellen eine bequeme und in der Regel preiswerte Option für den Hundehalter dar, seinen Hund ausreichend mit den von ihm benötigten Nährstoffen zu versorgen.  Entgegen langläufiger Meinungen werden Tierfuttermitteln keine Lock- oder Suchtstoffe zugesetzt. Es existiert eine Vielzahl kommerzieller Alleinfuttermittel, die teilweise ausgewogen, d.h. ausbalanciert  im Hinblick auf die Nährstoffzusammensetzung, sind. Nicht alle sind dies jedoch, wie erst kürzlich eine Untersuchung kommerzieller Trockenfutter durch die Stiftung Warentest ergab.

Nichtsdestotrotz gibt es keinen wirklichen Grund, kommerzielle Fertigfutter für Hunde pauschal zu „verteufeln“. Auch wer selbst zubereitet muss sorgsam darauf achten, eine ausgewogene Diät zu erhalten.  Allerdings: es gibt keinerlei Notwendigkeit dafür, dass eine Einzel- oder auch Tagesration in der Nährstoffzusammensetzung ausgewogen sein muss. Wichtig ist eine Ausgewogenheit über Wochen und Monate. Mangelerscheinungen durch Defizite einzelner Nährstoffe (oder Erkrankungen durch einen zu hohen Gehalt an bestimmten Nährstoffen) treten nicht bereits nach Tagen und in der Regel auch nicht nach wenigen Wochen auf!


2.: BARFEN („bone and raw food“, es handelt sich hierbei um das Verfüttern ausschließlich roher Zutaten) wird ebenfalls oftmals zu Unrecht verteufelt. Vermutlich handelt es sich, sofern einige (wichtige!!) Regeln befolgt und beherzigt werden, um eine artgerechte und äußerst gesunde und zudem sicher schmackhafte Art der Hundeernährung.  Hierfür sind jedoch umfangreiche Grundkenntnisse über die Zubereitung der Rationen sowie auch die möglichen Gefahren erforderlich, die sich der geneigte Hundehalter sorgsam aneignen sollte, auch um sich selbst vor möglichen Gefahren zu schützen.


3.: Auch wenn z.B. die Stiftung Warentest und sonstige Institutionen verschiedene Futtermittel im Hinblick auf ihre Nährstoffzusammensetzung, Keimgehalt, Akzeptanz und andere Kriterien zu untersuchen in der Lage ist, stellt sich mir immer wieder die Frage:  wie steht es mit Parametern wie Lebensqualität? Lebensfreude? Schmackhaftigkeit, Beschäftigung, „Kauspaß“? Was würden Hunde wählen, wenn sie könnten? Ein sehr schöner Buchtitel lautet „Katzen würden Mäuse kaufen“. In gewissem Sinn entziehen diese Faktoren sich einer direkten, objektiven Überprüfbarkeit. Und einmal Hand auf’s Herz - möchten wir tagein, tagaus das gleiche essen?

Unsere Hunde können sich ihr Futter nun einmal nicht selbst aussuchen.  Sie sind darauf angewiesen, DAS zu fressen, was wir ihnen vorsetzen. Manchmal ein Leben lang dasselbe (Fertig)Futter. Viele Hunde fressen Gras. Mein Hund liebt Brennnesseln und Beeren. Andere versuchen sich an dem  Kot von Pflanzenfressern (der überwiegend aus Faserstoffen besteht), Aas oder sonstigem. Warum?  Spiegelt dies nicht die Suche nach Abwechslung wider? Das Bedürfnis nach Faserstoffen oder nach Nährstoffen, die vielleicht nicht gemäß dem Lehrbuch, aber vielleicht gemäß den individuellen Bedürfnissen des Hundes fehlen (oder auch nur  eine Bereicherung des Speiseplans darstellen)?

Merken Sie, worauf ich hinaus will?

Ich persönlich vertrete die Ansicht, dass jede Art von „Extremismus“ eigentlich überflüssig und in der Regel kontraproduktiv ist, wenn es um Meinungen / Ansichten (nicht nur) zum Thema Hundeernährung geht. Es gibt keine wirklichen Gründe, nur EINE Art der Fütterung gutzuheißen und andere zu verteufeln. Sicher ist BARF eine gesunde Alternative zu kommerziellen Fertigfuttern.

Aber wieso eigentlich nicht beides kombinieren? Wieso nicht für Abwechslung auf dem Speiseplan sorgen? Im Urlaub darf es auch einmal Fertigfutter sein, oder? Und ein Hund, der überwiegend Fertigfutter bekommt, kann sicher gelegentlich grünen, rohen Pansen fressen. Ausnahmen bilden kranke Hunde, Hunde mit Futtermittelallergien oder -überempfindlichkeiten sowie Hunde, die leicht Probleme mit der Verdauung aufgrund von abrupter Futterumstellung bekommen.

In meinem Buch habe ich auch versucht, mit einigen weit verbreiteten und sich hartnäckig behauptenden Mythen aufzuräumen sowie die absoluten „No-gos“ in der Hundeernährung aufzuzählen, wie etwa das Verfüttern von Knoblauch, etc. Was immer wir unseren Hunden servieren - Abwechslung schadet sicher nie und Kompromisse sind auf der anderen Seite ebenfalls wie in jeder Beziehung erlaubt und ein Teil derselben. Ohne dabei ein übertrieben schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Ich selbst habe mich dabei ertappt, für meine Hunde zu kochen und im Anschluss aus Unlust am weiteren Kochen eine Tiefkühl-Fertigpizza genossen zu haben. An der ich im Übrigen nicht gestorben bin. Wichtig ist vermutlich lediglich, nicht immer alles hinzunehmen und immer wieder auf‘s neue auch Ernährungsphilosophien und -praktiken kritisch zu hinterfragen. Dann klappt’s auch mit dem Füttern.

 

Literaturempfehlung:

Ernährungsratgeber für Hunde
Fit und gesung - Hunde richtig füttern

Noch vor 10 Jahren wurde über dieses Thema kaum gesprochen und geschrieben – Fertigfutter lautete die Devise. Doch die Zeiten haben sich geändert. Immer mehr Hundehalter machen sich Gedanken darüber, was in den Napf ihres Hundes kommt. Und die Meinungen gehen weit auseinander: Von der reinen Fütterung mit Fertigfutter über Selbstkochen bis hin zum Barfen (Rohfütterung).

Dieses Buch möchte keine Lanze für eine dieser Möglichkeiten brechen, sondern sie vergleichen und dabei praktische umsetzbare Tipps geben, um die Ernährung des Vierbeiners abwechslungsreicher, natürlicher und gesünder zu gestalten.

Das Buch ist im Kosmos (Franckh-Kosmos) Verlagshaus erschienen.

Es kostet Euro 14,95. ISBN 978-3-440-11127-7.

 



Hunde im Alter

Autorin: Dorothee Dahl

Zeichen der Zeit
Man kann nicht immer genau sagen, wann das Älterwerden bei Hunden beginnt, es gibt Rasseunterschiede, aber auch ganz verschiedene Hundetypen. Der eine kann bis ins hohe Alter gut laufen und liebt es, seine Besitzer noch auf langen Spaziergängen zu begleiten; der andere ist schon mit seinem Aussichtsplatz im Garten zufrieden. Was immer auch die Zeichen des Alters bei Ihrem Hund ausmachen: die Hundepersönlichkeit, die Sie vielleicht schon viele Jahre begleitet hat, verdient es, in Würde alt werden zu dürfen.
 

Alterserscheinungen erkennen
Wie bei uns Menschen können auch bei Hunden die Zeichen für ein fortgeschrittenes Alter ganz unterschiedlich sein. Eine grauer werdende Schnauze tritt zum Beispiel, je nach Farbe des Hundes, möglicherweise schon in jüngeren Jahren auf. Neben körperlichen Veränderungen wie einer eingeschränkten Beweglichkeit durch altersbedingten Abbau der Muskulatur, nachlassendem Seh- und Hörvermögen und einer Veränderung der Fellbeschaffenheit, spielen auch Verhaltensänderungen wie übermäßige Ängstlichkeit oder vermehrtes Bellen ohne Grund eine Rolle. Degenerative Erkrankungen des Gehirns, die einer Demenz beim Menschen nicht unähnlich sind, können sogar zu Wesensänderungen des Hundes führen. Alle genannten Auffälligkeiten können, müssen aber nicht auftreten. Manche Hunde sind einfach bis ins hohe Alter quietschfidel und kerngesund. 
 

Vorsorge
Bei Hunden spielen mehrere Faktoren eine Rolle: die durchschnittliche Lebenserwartung der Rasse, Gesundheit, Haltungsbedingungen und die individuelle körperliche und mentale Konstitution. Die Pflege des Hundes beeinflusst die Lebenserwartung ebenfalls positiv; hier ist vor allem auf ausgewogene Ernährung, die den Hund schlank bleiben lässt, ausreichende Bewegung, Fell- Ohren- und Zahnpflege, sowie die regelmäßige Kontrolle durch den Tierarzt zu achten.

Die Durchführung einer Blutuntersuchung mit Erstellung eines Blutbildes beim Tierarzt kann Hinweise auf mögliche behandlungsbedürftige Erkrankungen der inneren Organe geben. Alte Hunde sollten außerdem, genauso wie ihre jungen Artgenossen regelmäßig gegen die klassischen Hundeseuchen geimpft werden. Eine vom Tierarzt durchgeführte möglichst halbjährliche Zahnreinigung rundet das Vorsorgepaket für Hundesenioren ab.


Wer rastet der rostet?
Bei alten Hunden sollte man ganz genau darauf achten, dass sie die Dinge die sie noch richtig gerne tun auch weiterhin tun dürfen, jedoch nicht überfordert werden. Trotzdem tut jedem alten Hund Bewegung gut. Finden Sie hier für Ihren Hundesenior das richtige Maß. Möglicherweise tut es ihm gut, die lange Spaziergehrunde gegen mehrere kürzere zu tauschen. Es kann auch sein, dass ein Hund, der früher gerne mit vielen anderen Artgenossen auf der Hundewiese gespielt hat, nicht mehr so gesellig ist wie früher.

Vielleicht reicht es ihm, dem Nachbarshund hin und wieder guten Tag zu sagen oder mit einem anderen älteren Hundekumpel durch den Wald zu laufen. Auch der ehemalige Agility Crack verändert sich im Alter: Bestimmt hat er noch Spaß daran, zusammen mit Herrchen oder Frauchen einen Slalom zu laufen oder über die Brücke zu flitzen, er sollte aber aufgrund seines älter werdenden Bewegungsapparates nicht mehr zu begeistert springen.

Gute Zeit mit alten Hunden
Sie sehen schon, genau wie beim Menschen ist das Altern beim Hund ein individueller Prozess, der sehr unterschiedlich verlaufen kann. Beobachten Sie Ihren älter werdenden Hund gut und gehen Sie auf seine sich verändernden Bedürfnisse ein. Planen Sie gemeinsame Zeit nur mit Ihrem alten Hund ein und gönnen Sie ihm Privilegien, die nur ihm vorbehalten sind. Warum sollte der Senior nicht sein Körbchen im Büro oder seine Kuschelecke auf dem Sofa bekommen? Wenn Sie mehrere Hunde haben, nehmen Sie ruhig nur mal den Senior mit, wenn Sie unterwegs sind. Bestimmt werden Sie diese gemeinsame Zeit genießen.

So, wie es Spaß macht, einen jungen quirligen Hund zu sich zu nehmen, ist auch das Zusammenleben mit einem älteren Hund etwas ganz Besonderes. In den meisten Fällen kennt man sich schon länger, hat vielleicht viele Jahre miteinander verbracht und versteht sich ohne Worte. Aber auch wenn man sich entschließt, einem Senior ein neues Zuhause zu bieten, kann diese neue Begegnung eine besondere Qualität haben, wenn der Hund schon älter ist.

Es ist erstaunlich, wie gelassen und über den Dingen stehend alte Hunde sein können, selbst wenn sie in ihrem bisherigen Leben weniger schöne Erfahrungen gemacht haben. Oft sind sie mit wenig zufrieden, freuen sich über den engen Kontakt mit Menschen und ein gemütliches Hundebett und brauchen nicht mehr das zu lernen, was einem bei einem jungen Hund bevorsteht.

 

Literaturempfehlung:

Graue Schnauzen: Gute Zeit mit alten Hunden

Wer das Glück hat, einen Hund zu haben, hat irgendwann eine ganz besondere Zeit vor sich: das Alter des geliebten Vierbeiners. Dieses Buch möchte dazu anregen, die Seniorenzeit des Hundes ganz besonders zu genießen und ihm alles zu geben, was er gerade in diesem Lebensabschnitt braucht. 

Das Buch ist im Cadmos Verlag erschienen.

Es kostet Euro 10,95. ISBN 978-3-86127-754-5.

 

 



Abschied vom Hund

Die Vorstellung, dass unser geliebter Hund sterben könnte, ist furchtbar. Doch irgendwann muss der geliebte Weggefährte gehen – der treue Begleiter in guten und in schlechten Zeiten,
der beste Freund, das Familienmitglied, der Therapeut, der sportliche Motivierer, der Animateur und Zuhörer, der uns so glücklich macht und das nur durch seine „unzensierte Liebe“.
Er nimmt uns so wie wir sind und Äußerlichkeiten interessieren ihn nicht  - er liebt uns mit Haut und Haaren… und das zeigt er uns Tag für Tag!

In dem Moment, wo der Hund alt ist, sich nicht mehr so bewegen kann, humpelt, die Nahrungsaufnahme schwierig wird und die Verdauung nicht mehr klappt, wird einem klar, dass der treue Freund bald gehen muss. Er ist krank oder alt und das Sterben nimmt seinen Lauf, jeden Tag ein wenig, auch wenn man es nicht wahrhaben möchte.

Ein Hundeleben ist relativ kurz – je nach Rasse –. Darüber macht man sich meist bei der Anschaffung noch keine Gedanken. Die jahrelange enge Bindung, das Vertraute, macht ein Leben ohne den geliebten Vierbeiner unvorstellbar  - doch leider ist das die Realität. Allein die Vorstellung, dass keiner mehr wartet, die regelmäßigen Spaziergänge, das Treffen mit anderen Hundebesitzern, das Toben und Tollen, das alles ist dann vorbei. Das Haus ist leer, kein Betteln am Tisch, kein Bellen bei ungebetenen Besuchern, kein Schmutz, kein Buddeln, kein Fiepen und kein Kuscheln, ist beängstigend.  

Man will die langjährige Beziehung um keinen Preis der Welt aufgeben, der treue und wunderbare Partner soll solange bleiben, bis man selber gehen muss – aber das ist in den meisten Fällen Wunschdenken!!!

Irgendwann kommt die Zeit und der Tierarzt muss über Leben und Tod entscheiden. Sollte er feststellen, dass das Tier sehr starke Schmerzen hat und sich quält, ihm Medikamente nur vorübergehende Erleichterung verschaffen können, wird er sich – gemeinsam mit Ihnen - für das Einschläfern entscheiden. Die Entscheidung ist sehr schwer doch human, denn nur der Mensch kann dem Tier die Schmerzen nehmen, und das ist man dem treuen Wegbegleiter auch schuldig.

Nun steht die Überlegung an wo das Tier eingeschläfert werden soll. Zu Hause in seinem Körbchen, auf dem Sofa, im Bett – oder lieber doch in der Praxis?

Jeder Hund ist unterschiedlich. Einigen macht der Tierarztbesuch gar nichts aus, andere wiederum haben entsetzliche Angst davor. Die Impfungen und evtl. Spritzenkuren haben eine evtl. Antipathie hervorgerufen und erzeugen bei jedem Gang zum Arzt Stress für das Tier. Bei ängstlichen Hunden ist es zu überlegen, den Tierarzt für den letzten Dienst – das Einschläfern – um einen Hausbesuch zu bitten, damit das Tier in seiner gewohnten Umgebung friedlich einschlafen kann – z. B. in seinem Körbchen. Zuhause ist es wichtig, dass keine Aufregung entsteht, denn gerade jetzt braucht der Hund die Liebe und Wärme des Menschen besonders. Die Geborgenheit, die durch Streicheln und gutem Zureden entsteht, lässt ihn entspannt und ruhig einschlafen.

Aber auch in der Tierarztpraxis ist natürlich ein liebevolles Abschiednehmen möglich.

Der Augenblick des Abschieds ist für ein krankes Tier einerseits eine Erlösung,  andererseits ein sehr emotionaler Moment, der immer in Erinnerung bleibt und einen großen Schmerz des Verlustes hinterlässt. Schließlich war gerade IHR Hund einzigartig und über Jahre hinweg ein treuer Weggefährte.